Archive for November, 2009

Verästelungen

Dienstag, November 24th, 2009

Die große schöne und sehr hintergründige Ausstellung der Arbeiten von Marja Scholten-Reniers. “Helden” – von Orden vermeldet, und fast vergessene Personen kenntlich allein an ihrem Kopfputz . Die Ordensbänder – genauer “Bandschnallen” – deren Wiedergabe-Größe als Gemälde sich nach der Zahl der Toten (“Verluste”) richtet. Was da in Kriegen / Nato-Einsätzen ausgezeichnet wird -? Es ist ein spannendes Thema und war eine schöne Aufgabe, in die Ausstellung einzuführen, Heldentum auf den Prüfstand zu heben und dem Antagonismus von Individualität und Uniformität nachzuspüren.
Seitenwege, die viel Freude machen. (Zu besichtigen zu den normalen Bürozeiten in der Agentur Südpol / Fotostudio Inspirations von Ralf Ganter in Niedereschach.)

Projektideen ausspinnen zusammen mit einem Künstlerfreund und seinen transnistrischen Entdeckungen, als Option für ein schräges Agenturevent. Und wieder hervorgeholt die wilde Spielplatzgestaltung, die hoffentlich in das Standortengagement eines bekannten Fotografen passen wird.

Das sind die Mäanderspuren neben der und um die Hauptlinie, die derzeit auch voller Experimente steckt und als ein Etappenziel auf unsere GalerieTage zusteuert.

Krämerseelen

Montag, November 2nd, 2009

Auf dem Villingendorfer Friedhof (also in unserer Nachbargemeinde) gibt es eine ganze Reihe von Grabmalen aus unserer Werkstatt. Dieser Friedhof war zwar nicht der erste, für den wir Grabzeichen entworfen und gebaut haben, aber er ist derjenige,  der eine gewisse Initialzündung gebracht hatte und – leider – seit kurzem auch der mit einem eiskalten Ideenklau:

Die Hinterbliebenen des Toten – der sogar ein früherer Kollege von Gerhard Link gewesen ist – waren bei uns, die ganze Familie, und haben sich von uns informieren & beraten lassen, haben ein Modell ausgewählt und mündlich den Auftrag erteilt, die Unterlagen mitgenommen, Termine abgesprochen. Einen Tag später meldete sich ein Familienmitglied und fing zu feilschen an, bestritt die Auftragserteilung. Jetzt steht auf dem Grab eine eindeutige, wenngleich simplifizerte, Nachahmung des von dieser Familie bei uns ausgewählten Grabzeichens. – Haben sich also zwei gefunden, Auftraggeber und Auftragnehmer, die selber keine Ideen haben, aber sich skrupellos fremde Entwürfe aneignen.